Künstlerische Intelligenz

© jim – stock.adobe.com
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Max Headroom – 1985 sendete das US-Fernsehen den Pilotfilm zur gleichnamigen Serie. Darin ging es um einen schwer verunglückten Reporter, mit dessen Hirnströmen sein digitales Ebenbild im Computer generiert wurde. Die Handlung spielte übrigens im fernen 2006. Bereits 1968 hatte Regisseur Stanley Kubrick mit seinem Meisterwerk 2001: Odyssee im Weltraum einen filmischen Meilenstein zum Thema Künstliche Intelligenz gepflanzt, der manchen Wissenschaftler zur Forschung auf diesem Gebiet animiert haben dürfte. Laut Wikipedia ist KI "der Versuch, eine menschenähnliche Intelligenz nachzubilden, d. h. einen Computer zu bauen oder so zu programmieren, so dass dieser eigenständig Probleme bearbeiten kann." Was bislang ein aufregender Traum war, rückt der Realisierung angesichts heutiger technischer Möglichkeiten immer näher. Raumfüllende Riesenrechner sind auf Platinengröße geschrumpft, Tech-Giganten bauen an ihren Quantencomputern und Programmierer kommen dem Supercode langsam auf die Schliche. Viele KI-Lösungen sollen sich auf spezielle Probleme von Industrie, Militär und Raumfahrt konzentrieren. Gleichzeitig forscht man jedoch auch an schlauen Systemen für den Rest der Welt. Von einigen Codeschnipseln profitieren bereits Branchen, bei denen man den Einsatz von KI gar nicht vermuten würde, z.B. die Kreativbranche: Mit dem November-Update stellte der Softwarekonzern Adobe einen neuen Assistenten für seine Creative Cloud-Programme Photoshop & Co. vor – Adobe Sensei (= im japanischen Sprachgebrauch ein Lehrer, der Senior, der den Weg vorlebt und ihn seinen Schülern vermittelt). Das neue Feature ist bereits massiver Bestandteil von Adobes Kreativtools und wird künftig eine noch viel größere Rolle spielen. Mit dem neuen digitalen Helfer ist es möglich, mühselige Arbeitsschritte zu automatisieren: Binnen Sekunden findet der Assistent Stockmaterial, das einem vorgegebenen Motiv aufgrund bestimmter Merkmale ähnlich sieht. Schon in Kürze wird Sensei z.B. Texte in Massen von PDF-Dokumenten bis ins Detail verstehen, Muster und inhaltliche Überschneidungen darin erkennen und das entsprechende Wissen daraus ableiten. So können Tonnen von Dateien automatisch durchforstet und analysiert werden. Auch bei Gestaltungsaufgaben wird Adobe's KI ein nützlicher Helfer sein und aktiv Vorschläge für zielgruppengerechte Layouts, stimmige Typo und vieles mehr unterbreiten. Sensei wird eines Tages eine Art K.I.T.T. sein, der kreativen Knight Ridern im rauhen digitalen Arbeitsalltag zur Seite steht – nur eben ohne Räder. Für Auftraggeber bedeutet das schnellere und qualitativ bessere Ergebnisse, die noch exakter auf die jeweilige Zielgruppe zugeschnitten sind.