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In Tagen immer perfekter werdender industrieller Produkte hat sich ein massiver Gegentrend zum feinen Manufaktur-Erzeugnis entwickelt. Konsumenten schauen heute angesichts des überbordenden Angebots in den Regalen gern vor dem Kauf auf die Details. Viel mehr als damals werden nun Herkunft, Produktion, Qualität und Nachhaltigkeit hinterfragt mit dem Ziel, nicht mehr nur gut, sondern auch fair und umweltbewusst zu kaufen – eine Chance gerade auch für viele kleine Unternehmen, die sich mit dem Thema intensiv befassen. Wer seine Erzeugnisse schlau am Markt positioniert und sie richtig präsentiert, kann eine hoch anspruchsvolle und finanziell potente Zielgruppe erreichen.

Auch große Konzerne haben das erkannt und ziehen alle Register des Natur-Produktdesigns, dazu gehören Handschriften, Illustrationen, Stempeloptik, Prägungen, Verpackungsmaterial mit natürlicher Haptik u.v.m. Natürlich funktioniert das gut, viele Unternehmen vergessen aber die wichtigste Zutat: Authentizität. Wenn man die skeptische Bio-Natur-Käuferschaft überzeugen will, reicht eine besonders natürlich wirkende Verpackung nicht mehr aus. Auch das Produkt muss diesen Ansatz widerspiegeln, nur dann ist der Nachhaltigkeitsgedanke überzeugend vermittelt und konsistent.

Das Handmade-Siegel zieht sich mittlerweile durch alle Branchen, insbesondere im Bekleidungs- und Lebensmittelbereich. Erfolgsgeschichten gibt es hier viele, wie z.B. das junge Team um koawach. Zwei Studenten entwickelten verschiedene Kakaogetränke, deren Zutaten aus nachhaltigem, ökologischem und fairem Bio-Anbau aus Lateinamerika stammen. Im Regal zeigt sich das Produkt in ansprechenden Zip-Lock-Beuteln aus Kraftpapier mit farbenfrohen, aber reduzierten Labels. In der Gesamtwahrnehmung transportieren Verpackung und Inhalt Natur pur und bringen uns der Herkunftsregion ein Stück näher. Die zugehörige Website und koawachs Social Media Kanäle fügen sich hervorragend in die CI des Unternehmens ein und nutzen ihre Stärken für vertiefende Infos zum Fairness-Gedanken, den Inhaltsstoffen und der Herstellung.

Naturprodukte sollten also in erster Linie überhaupt erstmal welche sein und erst dann als solche im Handel präsentiert werden, dann kann auch trotz der heutigen starken Wettbewerbssituation ein erfolgreicher Absatz möglich sein. Alles andere fällt beim Verbraucher über kurz oder lang gnadenlos durch und schadet nicht zuletzt der Glaubwürdigkeit des Unternehmens.