Das richtige Motiv

© stockyimages - stock.adobe.com
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Wir kennen Sie alle – händeschüttelnde Business-Menschen, die sich lächelnd auf die Schultern klopfen, gemeinsam Verträge unterzeichnen und unglaublich viel Spaß dabei haben. Hochmotivierte Pflegekräfte, die die Betreuung ihrer Patienten mit links bewältigen, während sie frisch frisiert in die Kamera grinsen. Oder wie wär's mit dem Polizisten, der gerade einen Bösewicht gefasst hat und ihn mit erhobenem Dududu-Finger abmahnt (der Gauner zeigt natürlich Reue). Laaangweilig!

Wer in seiner Kommunikation auf solche Motive setzt, wird nicht weit kommen, denn die Zeiten haben sich radikal geändert. Was in Tagen des einfachen Sender-Empfänger-Prinzips funktioniert hat, hat heute angesichts der globalen technischen und wirtschaftlichen Vernetzung keinen Bestand mehr. Konsumenten haben heute Zugriff auf alle Waren der Welt und das bereits über den kleinen leistungsstarken Rechner, der in ihrem Smartphone steckt. Binnen Sekunden können wir zu fast jedem Produkt Testergebnisse und Bewertungen anderer Käufer ergoogeln und unsere positiven oder negativen Erfahrungen mit anderen teilen. Das schafft zwar mehr Transparenz für den Konsumenten, für Unternehmen ist es dadurch jedoch viel schwieriger geworden, Produkte oder Dienstleistungen überzeugend zu bewerben. Deshalb ist es so wichtig, authentisch zu bleiben. Wer mit Massenmotiven wirbt, macht sich im riesigen Mitbewerb austauschbar. Konsumenten merken schnell, ob sich eine Marke echt anfühlt oder sich mit überzogenen Darstellungen maskiert.

Joggende Senioren, die ganz easy über Baumwurzeln springen, haben nicht viel mit der Realität zu tun. Klar gibt es auch sportverliebte 80-jährige, aber der weitaus größere Teil dieser Altersstufe ist froh, heil vom Einkauf zurückzukehren. Hier bleibt die Identifikation mit Ihrer Werbebotschaft auf der Strecke.

Wenn Sie Ihre Kunden überzeugen wollen, dann bleiben Sie glaubhaft. Wie wäre es z.B. mit einer Szene direkt aus Ihrem Arbeitsalltag – ungeschminkt und so wie er ist? Damit verbunden sollten Sie sich die Frage stellen, ob ein Fotoshooting im Einzelfall nicht die bessere Wahl ist, wenn Stockagenturen keine geeigneten Motive liefern können. Natürlich ist das eine Budgetangelegenheit, viele überschätzen allerdings die Kosten für solch ein Shooting um ein Vielfaches. Denken Sie auch an die Möglichkeit einer Illustration oder einer rein textuellen Darstellung. Eine geschickte typografische Gestaltung kann oft mehr Aufmerksamkeit auf sich ziehen, als ein aufwendiges Fotomotiv.

Welcher Kommunikationsweg speziell für Sie der richtige ist, müssen Sie selbst entscheiden (idealerweise mit Hilfe eines entsprechenden Dienstleisters). Schauen Sie auch mal auf den Mitbewerb oder auf andere Branchen. Gerade große lifestylige Unternehmen, wie Adidas und Vodafone oder auch der Möbelhersteller IKEA haben erkannt, dass man mehr Aufmerksamkeit gewinnt, wenn man die Welt genau so zeigt, wie sie ist: Manchmal schön und voller Emotionen und manchmal kompliziert, unperfekt, menschlich. Unser Alltag ist voller kleiner und größerer Probleme und Fragestellungen. Wenn Sie das zeigen und Ihr Produkt / Ihre Dienstleistung eine einfache Lösung dazu bieten kann, ist der Rest Formsache.