Vektor – Superhero der Grafikformate

© inueng - stock.adobe.com
© inueng - stock.adobe.com

Als 1951 mit einem Computer Grafiken zum erstem Mal auf einem Bildschirm erzeugt wurden, brach eine neue Ära an. In den folgenden Jahrzehnten wurden die Möglichkeiten der grafischen Bilderzeugung durch intensive Forschungen erheblich erweitert und verbessert. Daraus hervorgegangen sind zwei grundverschiedene Grafik-Formate: Raster- und Vektorgrafiken.

Der Begriff Rastergrafik basiert auf der rasterförmigen Anordnung von Pixeln, die Bezeichnung Pixelgrafik ist deshalb heute geläufiger. Ihr Vorteil: Da jedem der meist mehreren Millionen Pixel eines Bildes eine eigene Farbe und Helligkeit zugewiesen werden kann, lassen sich so Fotos besonders realistisch abbilden. Alle digitalen Fotos sind in der Regel Rastergrafiken. Jedoch benötigen insbesondere große Motive durch die Vielzahl an gespeicherten Informationen viel Speicherplatz. Ganz anders dagegen Illustrationen. Sie bestehen je nach Komplexität der Grafik aus einer Vielzahl an Farbflächen, Verläufen, geometrischen Formen, Textelementen etc. Für diesen Aufbau bedarf es keiner Rasterdarstellung. Stattdessen reicht eine mathematische Beschreibung. In einer Vektordatei sind also Formeln gespeichert, mit deren Hilfe Computer das Bild selbständig aufbauen können. Meist sind Vektordaten deshalb viel kleiner als Pixelgrafiken. Sie verbrauchen weniger Speicherplatz und benötigen insbesondere bei großformatigen Darstellungen weniger Rechner-Performance.

Der wohl größte Vorteil von Vektorgrafiken ist jedoch die gleichbleibende Qualität. Eine Pixelgrafik verliert mit jeder Vergrößerung an Schärfe, da die enthalten Pixel-Informationen klar auf das Ursprungsformat begrenzt sind und lediglich mit speziellen Algorythmen hochgerechnet/interpoliert und nachgeschärft werden können. Die formelbasierte Beschreibung einer Vektorgrafik bleibt hingegen immer gleich. In der Praxis heißt das, dass z.B. unser kleiner Vektorkönig aus diesem Beitrag selbst dann kantscharf bleiben würde, wenn wir ihn auf die Größe des Brandenburger Tores hochskalieren.

Heutige Illustrations-Software, wie z.B. Adobe Illustrator, bietet mittlerweile einen nie dagewesenen Funktionsumfang und einfach anzuwendende Werkzeuge. Mit ihrer Hilfe entsteht eine ganz neue Art z.T. extrem detaillierter Vektorgrafiken, die einem Foto oder einem 3D-Rendering erstaunlich nahe kommen können. Besonders wichtig sind Vektoren durch ihre auflösungsunabhängige Skalierbarkeit auch beim Interface-Design. Sie ermöglichen eine schnelle Anpassung von Buttons, Icons und anderen Elementen an die jeweilige Displaygröße aller nur denkbaren Devices und sind damit absolut zukunftssicher. So ist z.B. stufenloses Zoomen in Interfaces von Games und Anwendungen problemlos möglich.

Pixel- und Vektorgrafiken werden auch weiterhin nebeneinander existieren und ihre Stärken weiter entfalten. Vielleicht entsteht irgendwann ein universelles Grafikformat, das die Vorteile beider Welten miteinander vereinen kann. Das hängt jedoch von den Anforderungen zukünftiger User und ihrer Hardware ab.