Mockups

© pikcha/shutterstock.com
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Nein, ein Mockup ist keine Sonderform des Schluckaufs. Und auch in einer Cafébar glänzen Sie nicht, wenn Sie sich ganz smart einen doppelten Mockup mit Extra-Sahne bestellen. Es handelt sich dabei nämlich um einen Dummy, ein Modell mit dessen Hilfe man das Endergebnis noch vor der finalen Umsetzung simulieren kann.

Im grafischen Bereich dienen Mockups der Visualisierung – zum besseren Verständnis der Zusammenhänge, um mögliche Fehler und Probleme schon in der Konzeptphase erkennen und Kunden schon in einer frühen Phase des Projekts einen Eindruck vom späteren Produkt präsentieren zu können. Die Einsatzbereiche sind so vielfältig wie die Möglichkeiten der Ausgestaltung. Im Printbereich kann man mit Mockups das Druckergebnis so fotorealistisch simulieren, als würde man auf die frisch gedruckte Auflage schauen. Das kann ein Bogen Geschäftspapier sein, ein mehrseitiger Folder, ein gerahmtes Poster oder ein Buchcover. Dabei stehen den Gestaltern Unmengen an Vorlagen im Netz zur Verfügung, die kein noch so abwegiges Anwendungsbeispiel auslassen. Viele Websites bieten hier entsprechende Downloads von Photoshop- und InDesign-Mockups an, insbesondere Adobe über sein Creative Cloud-Angebot. In der offenen Datei muss man dann nur noch die entsprechende Ebene austauschen und bei Bedarf anpassen. Schon haben Sie z.B. ein Produktdesign simuliert, ohne dass auch nur ein Tropfen Farbe für einen Andruck oder ein Proof geflossen ist. Gerade nicht-visuelle Kundentypen freuen sich über diesen Service, weil es Unsicherheiten auf dem Weg zum finalen Produkt nimmt und das Ergebnis so besser steuerbar ist. Mockups werden aber auch in vielen anderen Bereichen genutzt, wie z.B. in der Außenwerbung.

Ob Firmenschild oder Riesenbanner – so eine Retusche verschafft nicht nur Grafikern und ihren Kunden einen genaueren Blick aufs Ganze, sondern auch dem Dienstleister, der für die Herstellung bzw. An-/Aufbringung zuständig ist. Mit genauen Visualisierungen lassen sich oft teure Reklamations-Streitigkeiten im Vorfeld vermeiden.

Nicht mehr wegzudenken sind Mockups aus der App-Entwicklung. Hier werden im Anfangsstadium oft grafisch stark vereinfachte Wireframes eingesetzt, also leere Boxen, Blindtexte und grobe grafische Elemente, die als Platzhalter für die späteren Feindaten dienen. Anhand dieser simplen Veranschaulichung lässt sich bereits in der Frühphase der strukturelle Aufbau der App und die Konsistenz in der Bedienung bewerten und entsprechend korrigieren. Mit solchen Prototyping-Tools, die mittlerweile auch direkt im Browser funktionieren, lassen sich so schließlich ausgefeilte Dummys erstellen, bei denen so gut wie kein Unterschied zur finalen App erkennbar ist. Idealerweise geht es erst dann in die aufwendige Programmierung, so dass man eine Fülle an Korrekturen schon im Vorfeld einfließen lassen konnte.